Wasserstoff in Schweden 1986 Olaf Tegström

Wasserstoff in Schweden 1986     Olaf Tegström

Autark mit dezentral erzeugtem Wasserstoff
 

 

Energieautarker ., Familienbetrieb“ von Olaf Tegstrom in Harnosand. Das Haus wird mit Wasserstoff beheizt. das Essen mit Wasserstoff gekocht and das Auto fahrt ebenfalls mit Wasserstoff. Den Strom zur Wasserzer­legung liefert das eigene Windkraftwerk.

Energieautarker ., Familienbetrieb“ von Olaf Tegstrom in Harnosand.

Das Haus wird mit Wasserstoff beheizt. das Essen mit Wasserstoff gekocht and das Auto fahrt ebenfalls mit Wasserstoff.

Den Strom zur Wasserzer­legung liefert das eigene Windkraftwerk.Von Wasserstoff als Energieträger Träumen viele, denn er wäre eine bil­lige und umweltfreundliche Nutz Energie.

Entsprechend den Denkge­wohnheiten in unserem industriali­sierten Zeitalter wird vor allem die großtechnische, auch solare Erzeu­gung von Wasserstoff und dessen Verteilung in weiträumigen Netzen studiert. 

Bisher vermag jedoch nie­mand vorherzusagen, ob und wann diese ,,Wasserstoffwirtschaft“ Wirklichkeit werden konnte. Über die Al­ternative, den Wasserstoff dezentral zu erzeugen, denken nur wenige nach. 

Den Schweden Olaf Tegstrom hat solches Nachdenken nicht nur zum Erfolg geführt, er konnte sich auch den Wunschtraum erfüllen, den wohl jeder Energie bewusste Zeitge­nosse einmal gehegt hat: Energie autark zu sein.

Olaf Tegstrom bewohnt am Lovsangar­vagen in 87100 Harnosand ein für diese Gegend typisches Holzhaus mit je 62 m2 Wohnflache im Erd- und Obergeschoß.Familienauto ist ein Saab 900 mit 100 PS Leistung.

Auffällig ist lediglich ein Windkraftwerk auf seinem Gelände, dessen 22 m hoher Gittermast alles überragt.

Ungewöhnlich ist aber auch das nicht.

Das Ungewöhnliche beginnt erst beim Einsatz des Stromes, den er aus der Kraft des Windes gewinnt. Mit dem macht Tegstrom aus ordinärem Wasserstoff

 

Motor befreit den Kraftstoff aus seiner Gebundenheit in der Metalllegierung. Für die ersten Minuten, bevor der Motor warm ist, sei genügend freier Wasser­stoff im Tank vorhanden. CO, HC und CO2 seien im Abgas kaum mel3bar, schreibt der Erfinder.

Nach seiner Erkenntnis könne jeder Haushalt mit dem WELGAS-System ausgestattet werden. In der Küche setzt er einen normalen Herd für Stadtgas ein, bei dem allerdings Einsatze aus

Olaf Tegstrom an seiner eigenen Wasserstoff-Tankstelle
Leitungswasser Wasserstoffgas.
Und damit wurde er Autark, denn mit diesem Energieträger heizt er sein Haus, kocht seine Frau das Mittagessen, fahrt die Familie mit dem Auto. WELGAS hat Erfinder Tegstrom sein Projekt genannt:
Wind – Elektrizität – Gas.
Zur Wasserzerlegung liefert ihm der windgetriebene Generator Gleich­strom von 84 V/40 A. In einer Stunde aroduziert er damit aus 4 I Wasser 1 Nm3 Wasserstoffgas.
Es entsteht in einer Elektrolysezelle, die mit einem nicht näher bezeichneten Kunststoffpo­lymerisat gefüllt ist. Ein De-lonisator sorgt vor der „Elektrolysorzelle“ dafur, dass das Wasser eine bestimmte elektri­
sche Leitfahigkeit nicht uberschreitet.
Das erzeugte Wasserstoffgas wird bei -42°C getrocknet, bevor es in einem Hydridspeicher mit dem Legierungsme­tall FeTi gelagert wird. Der entspre­chende Haustank kann 40 Nm3 spei­chern.
Da der Wind auch an Schwedens Ostseekuste nicht immer weht, gehört zur Warmwasser-Zentralheizung des Hauses ein 5 m3 fassender Wassertank, mit dem sich etwa eine Woche Wind­stille überbrücken läßt.
lm Auto wird der Wasserstoff wie im Haus in einem Hydrid Speicher gelagert, dessen Inhalt fur eine Fahrstrecke von 200 km bei 90 km/h ausreicht. Warmes Kühlwasser vom
 
Küchenherd im Hause Tegstrom mit eingesetzten .,Edelstahlrastern„ zur katalytischen Verbrennung des Wasserstoffgases damit die Flamme gesehen werden kann

 

WELGAS
Edelstahl fur eine katalytische Verbren­nung sorgen, die praktisch keine Stickoxide entstehen läßt.Olaf Tegström hat die Gesamtanlage einschließlich der Modifizierung des Autos rund 250 000 DM gekostet, die er als Vorauszahlung für 20 Jahre Energiekosten ansieht.
Wurde alles im Rahmen von Serienpro­duktionen hergestellt, konnte man auf etwa 90 000 DM kommen.
WELGAS fand in Schweden bereits größte Aufmerksamkeit und wurde nicht zuletzt zum Anlaß für konkrete politi­sche Aktionen.
Am 25. April 1986 beschloss das Parlament, mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge von der Steuer zu befreien. In der Gegenrechnung der Regierung wird festgestellt, das 10 mit fossilem Kraftstoff gefahrene Auto Kilometer das Gemeinwesen mit rund 1 DMbelasten. Inzwischen haben fünf schwe­dische Städte ihre Absicht bekundet, ihre Fahrzeuge auf Wasserstoffbetrieb umzustellen.